Amnesty International Gewerkschaften

Impressum | Login

Gewerkschaften

StartseiteTürkei1

Übergriffe in der Türkei
(Juni 2009)

Die internationale Gewerkschaftsbewegung protestiert gegen Übergriffe auf Kolleginnen und Kollegen des türkischen Gewerkschaftsbundes KESK. Wir dokumentieren nachfolgend die Informationen und Aktionen der Gewerkschaften

Türkei: Polizeiaktion gegen Gewerkschaften

Am Morgen des 28. Mai 2009 sind türkische Polizeikräfte unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung gegen Organisationen der Zivilgesellschaft vorgegangen. In Ankara und anderen Städten wurden Gewerkschaftsbüros durchsucht und zahlreiche Personen verhaftet.

In Ankara drang die Polizei in die Zentrale des Gewerkschaftsbundes KESK ein und durchsuchte Büroräume. KESK ist der Dachverband der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, zu denen auch die Bildungsgewerkschaft Egitim Sen gehört.

Auch in anderen türkischen Städten wie Istanbul, Izmir, Van und Manisa fanden Polizeiaktionen gegen örtliche Büros der KESK statt. Dabei wurden über dreißig Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter festgenommen, darunter zahlreiche Mitglieder und Funktionäre der Egitim Sen. Verhaftet wurden u. a. die Egitim Sen Frauensekretärin Gulcin Isbert, die KESK Frauensekretärin Songul Morsümbül, der ehemalige KESK Generalsekretär Abdurrahman Daşdemir und die frühere Egitim Sen Frauensekretärin Elif Akgün. Sie alle befinden sich derzeit in Polizeigewahrsam.

Zübeyde Kılıç, die Vorsitzende von Egitim Sen, gab an, dass die Frauensekretärin Gulcin Isbert während einer Busfahrt von Istanbul nach Ankara verhaftet wurde. Die Gründe für die Verhaftung seien ihr nicht bekannt. Die türkische Bildungsgewerkschaft Egitim Sen kämpft für das Recht auf Bildung als öffentliches Gut und setzt sich für demokratische Verhältnisse in der Türkei ein. In der Vergangenheit war Egitim Sen mehrfach Verbotsdrohungen und Schikanen der Regierung ausgesetzt, weil sie für das Recht der kurdischsprachigen Minderheit auf muttersprachlichen Unterricht eintritt.

Egitim Sen hat zu internationalem Protest gegen den neuerlichen Angriff auf gewerkschaftliche Rechte und Freiheiten in der Türkei aufgerufen. In einem Protestschreiben an den türkischen Präsidenten Abdullah Gül fordert für die deutsche Gewerkschaftsbewegung der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne die Freilassung der Verhafteten und ein Ende der Verfolgung demokratischer Gewerkschaften in der Türkei.

Quelle: GEW
weitere Informationen gibt es auch hier (Richtigkeit der Informationen nicht von Amnesty überprüft)