Amnesty International Gewerkschaften

Impressum | Login

Gewerkschaften

StartseiteSüdkorea3

Südkorea: Gewerkschafter vor Abschiebung (Februar 2011)

Michel Catuira, Vorsitzender der ‘Seoul-Gyeonggi-Incheon Migrants’ Trade Union’ (MTU), der Gewerkschaft der ausländischen Arbeiter in Seoul, soll abgeschoben werden. Die Einwanderungsbehörde hat ihn aufgefordert das Land bis zum 7. März zu verlassen sonst würde er als illegaler Ausländer abgeschoben. Amnesty International ist überzeugt davon, dass er wegen seiner Gewerkschaftsaktivitäten ins Visier der Behörden genommen wurde.

Am 7. März 2011 soll Michel Catuira, 38 Jahre alt, Philipine und Vorsitzender der MTU aus Südkorea abgeschoben werden. Die Regierung Südkoreas verweigert der MTU die Anerkennung und ist seit Gründung der MTU im Jahr 2005 bereits mehrfach gegen Gewerkschaftsführer vorgegangen. Die Schikanen gegen Michel Catuira begannen im Juli 2010. Der Arbeitsminister lud ihn und seinen Arbeitgeber unter der Anschuldigung illegaler Beschäftigung zu einer Vernehmung vor. Dabei konnte kein Verstoß gegen Einwanderungs- oder arbeitsrechtliche Vorschriften festgestellt werden. Dennoch wurde Catuiras zu einem Arbeitsplatzwechsel aufgefordert – angeblich weil in der Schuhfabrik seines Arbeitgebers kein Arbeitskräftemangel bestand. Ziel der Vorschriften über die Arbeitserlaubnis für ausländische Arbeiter sei es jedoch Arbeitskräfte für Sektoren mit Arbeitskräftemangel zur Verfügung zu stellen.

Im November 2010 wurde Michel Catuira von einem Untersuchungsausschuss der Einwanderungsbehörde vorgeladen wegen des Verdachts einer Verletzung von Einwanderungsrecht im Zusammenhang mit dem Antrag auf einen Arbeitsplatzwechsel und seiner gegenwärtigen Arbeit. Sie kamen zum Ergebnis, dass er – da er nicht mehr in der Schuhfabrik arbeitete – seine Arbeitserlaubnis verletzt und sie damit nach Artikel 89.1 des Einwanderungsgesetzes verloren habe. Seine Aufenthaltserlaubnis wurde widerrufen und ihm wurde am 14. Februar eröffnet, dass er das Land bis zum 7. März zu verlassen hätte.

Die MTU hat sich in den Jahren seit ihrer Gründung nachdrücklich für den Respekt, den Schutz und die Verbesserung der Rechte der ausländischen Arbeiter in Südkorea eingesetzt. Insbesondere hat sie sich gegen Beschränkungen des Rechts den Arbeitsplatz zu wechseln gewandt und Razzien und willkürliche Festnahmen, kollektive Ausweisungen und Verletzungen von Arbeitsschutzvorschriften und körperliche Gewalt gegen Arbeiter angeprangert

Helfen Sie mit.

Fordern Sie die Behörden auf, dass die Aufenthaltserlaubnis wieder erteilt und die Ausweisungsverfügung widerrufen wird. Ferner soll die MTU als legale Gewerkschaft anerkannt werden. Die Aktion läuft bis zum 07. März 2011.

Update: Michel Catuira wurde bis zum 7. März 2011 nicht abgeschoben. Das Gericht wird Ende April erneut über seine Abschiebung verhandeln. Die Gefahr ist also noch nicht vorüber.

Adressen:

Chief Commissioner of the Korea Immigration Service
SEOK Dong-hyun
Korea Immigration Service
1-19 Gwacheon, NC Building 8th Floor
Byeolyang-dong, Gwacheon
Gyeonggi Province 427-705
Republic of Korea\\

Fax: +82-2-500-9097/9059
Anrede: Dear Commissioner

Minister of Justice
LEE Kwi-nam\\ Ministry of Justice
Gwacheon Government Complex
88 Gwanmoon-ro, Gwacheon
Gyeonggi Province 427-720
Republic of Korea\\

Fax: +82-2-503-3532/7023
Email: webmaster@moj.go.kr
Anrede: Dear Minister

Minister of Employment and Labour
Bahk Jae-wan\\ Ministry of Employment and Labour
Gwacheon Government Complex\\ 88 Gwanmoon-ro, Gwacheon\\ Gyeonggi Province 427-718
Republic of Korea
Fax: +82-2-503-6623
Email: molab506@moel.go.kr

Musterbrief:

Dear Commissioner,

I am writing to you to express my concern for Michel Catuira, a trade union activist and President of Seoul-Gyeonggi-Incheon Migrants’ Trade Union (MTU), whose valid visa was cancelled by immigration authorities and who was ordered to leave South Corea by March. 7th, due to his trade union activities.

I urgently ask to restore Michel Catuira’s visa and consequently to refrain from forcibly deporting him.

I urge to immediately stop all practices which result in obstacles or deterrents to actively participating in trade unions and to immediately remove obstacles to participating in the Seoul-Gyeonggi-Incheon Migrants’ Trade Union (MTU), in particular by recognizing its status as a legal union in South Korea in line with domestic and international law and standards.

Yours sincerely,