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Peru: Anklage gegen zwei Gewerkschafter

(Januar 2010)

Die beiden Gewerkschafter Pedro Condori Laurente und Claudio Boza Huanhayo befinden sich seit dem 9. und 23. September 2009 in Gewahrsam. Gegen sie wurde eine unbegründete Anklage wegen Tötung eines Polizeibeamten erhoben. Amnesty International ist überzeugt, dass die beiden nur aufgrund ihres Einsatzes für die Menschenrechte inhaftiert wurden.

Die beiden Gewerkschafter Pedro Condori Laurente und Claudio Boza Huanhayo befinden sich seit dem 9. und 23. September 2009 in Gewahrsam. Gegen sie wurde eine unbegründete Anklage wegen Tötung eines Polizeibeamten erhoben. Amnesty International ist überzeugt, dass die beiden nur aufgrund ihres Einsatzes für die Menschenrechte inhaftiert wurden.

Pedro Condori Laurente, der Generalsekretär der Gewerkschaft der Bergarbeiter von Casapalca, und Claudio Boza Huanhayo, der für Sicherheit und Hygiene zuständige Sekretär der Gewerkschaft, sind wegen Mordes angeklagt worden. Sie sollen während eines Streiks der Minenarbeiter am 24. November 2008 in der Provinz Huarochirí im zentralperuanischen Departement Lima einen Polizeibeamten getötet haben. Die Bergarbeiter hatten bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Während der Protestkundgebung warfen einige Demonstrierende Steine einen Hang hinunter, um so eine öffentliche Straße zu blockieren. Ein Polizeibeamte wurde dabei von den Steinen getroffen und getötet. Es gibt jedoch keine Beweise, die eine Anklage gegen die beiden Gewerkschafter rechtfertigen. Nach Aussagen ihrer AnwältInnen befanden sich die beiden Angeklagten zum Tatzeitpunkt in Lima, wo sie ein Gespräch mit RegierungsbeamtInnen des Arbeitsministeriums und VertreterInnen des Bergbauunternehmens führten.

Pedro Condori Laurente und Claudio Boza Huanhayo befinden sich im Aucallama-Gefängnis in der Provinz Huaral, die ebenfalls zum Departement Lima gehört. Beide werden von AnwältInnen der Menschenrechtsorganisation Asociación por la Defensa de los Derechos Humanos (APRODEH) vertreten und haben Rechtsmittel gegen die Haftanordnung eingelegt. Ein Urteil wird Ende Januar erwartet.

Amnesty International geht davon aus, dass die Anklagen gegen die beiden Männer unbegründet sind und dass sie nur deshalb inhaftiert wurden, weil sie sich als Gewerkschaftsführer für die Menschenrechte der Bergarbeiter einsetzen.

Hintergrundinformationen

Amnesty International hat in den letzten Jahren immer wieder über Menschen berichtet, die wegen ihrer Kritik an der Regierung und deren Politik auf der Grundlage unbegründeter Anklagen inhaftiert wurden. Dabei ist insbesondere die Zahl der Fälle gestiegen, bei denen unbegründete Anklagen gegen führende Mitglieder von Organisationen erhoben wurden, die für den Schutz der Menschenrechte eintreten. Es steht außer Frage, dass die Tötung von Polizeibeamten untersucht werden muss. Gerichtliche Strafverfolgung sollte jedoch nicht dazu missbraucht werden, führende Menschenrechtsverteidiger zu schikanieren.

Werden Sie aktiv! Unterstützen Sie Pedro Condori Laurente und Claudio Boza Huanhayo durch Protestbriefe an die peruanischen Behörden. Einen Musterbrief auf deutsch und spanisch finden Sie hier.

Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Februar 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.