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Lage der Gewerkschaften in Kolumbein
(Mai 2010)

Gewerkschafter in Kolumbien leben weltweit am gefährlichsten. Im Jahr 2009 wurden dort 37 Gewerkschaftsaktivisten ermordet. Viele Gewerkschafter, ob in führender Funktion oder einfaches Mitglied, sind massiver und gezielter Gewalt ausgesetzt, die oft ungeahndet bleibt. Es werden Anschläge verübt, Menschen entführt und Todesdrohungen ausgesprochen. Abspaltungen von paramilitärischen Gruppen treten gerade in letzter Zeit wieder aktiv auf und bedrohen Gewerkschafter und Menschenrechtsaktivisten.

Am 21. August 2009 drangen Fremde in das Haus des Gewerkschafters Gustavo Gómez ein und feuerten mehrere Schüsse auf ihn ab. Er starb wenig später im Krankenhaus. Gustavo Gómez war Mitglied der Lebensmittelgewerkschaft SINALTRAINAL. Im November 2007 wurde bereits sein Cousin José de Jesús Marín Vargas, ebenfalls Mitglied von SINALTRAINAL, ermordet.

Die nationale Gewerkschaftsschule Escuela Nacional Sindical (ENS) weist in ihren Berichten immer wieder darauf hin, dass die meisten gegen Gewerkschaftsmitglieder gerichteten Menschenrechtsrechtsverletzungen in Kolumbien im Zusammenhang mit Arbeitskämpfen stehen.

Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, suchen die Gewerkschafter Verbindungen zu Organisationen im Ausland. Diese Kontakte sind nicht ungefährlich. Eberto Díaz, der Vorsitzende der Landarbeitergewerkschaft FENSUAGRO, nahm vom 17. bis 21. September 2008 am Europäischen Sozialforum in Malmö teil. Seitdem betrachtet die paramilitärische Organisation Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) die Gewerkschaft als militärisches Ziel.