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Iran: Unmittelbare Hinrichtung droht Lehrergewerkschafter (Januar 2009)

Übergriff der Gefängniswächter

Am 24. November 2008 drangen Gefängniswärter in die Zelle von Farzad Kamangar in der Abteilung 109 des Evin-Gefängnisses in Teheran ein: Sie schlugen ihn, drohten ihm mit der Hinrichtung und holten ihn aus der Zelle. Später an diesem Tag wurde Farzad Kamangar von einem anderen Häftling offensichtlich bewusstlos auf der Krankenstation des Gefängnisses gesehen. Farzad Kamangar wurde mittlerweile in seine Zelle zurückgebracht.

Hinweis auf drohende Hinrichtung

Wenn man im Iran einen Gefangenen aus seiner Zelle holt, signalisiert dies oftmals seine unmittelbar bevorstehende Hinrichtung. Amnesty International ist daher besorgt, dass Farzad Kamangar trotz der laufenden Überprüfung seines Falls in Gefahr schwebt, hingerichtet zu werden.

Mitglieder der kurdischen Bevölkerungsgruppe

Farzad Kamangar wurde zusammen mit Ali Heydariyan und Farhad Vakili im Juli 2006 in Teheran von Angehörigen des Geheimdienstes festgenommen. Alle drei sind iranische Kurden. Sie wurden am 25. Februar 2008 unter der Anklage mohareb (in Feindschaft zu Gott) zum Tode verurteilt. Diese Anklage wird gegen Personen erhoben, die beschuldigt werden, den Staat mit Waffengewalt zu bekämpfen, und scheint im Zusammenhang mit der angeblichen Mitgliedschaft in der bewaffneten Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu stehen.

Ali Heydariyan und Farhad Vakili wurden darüber hinaus wegen Dokumentenfälschung zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach iranischem Gesetz müssen sie die Haftstrafe vor der Hinrichtung verbüßen.

Überprüfung des Falls

Die Todesstrafen aller drei Männer wurden vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Farzad Kamangars Rechtsanwalt hat aber Rechtsmittel eingelegt, um die Aufhebung des Todesurteils zu bewirken. Nach iranischem Gesetz können Todesurteile nicht vollstreckt werden, solange ein Fall überprüft wird. Folter und unfaires Verfahren

Vor seiner Verhandlung wurde Farzad Kamangar ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Er wurde gefoltert und misshandelt, als Folge dessen zittern seine Arme und Beine unkontrolliert. Das Gerichtsverfahren gegen Farzad Kamangar widersprach den Standards eines fairen Prozesses, er hatte währenddessen nur unzureichenden Kontakt zu seinem Anwalt. Über längere Zeiträume hinweg verwehrte man ihm mehrmals den Kontakt zu seiner Familie und seinem Anwalt. Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden, dass die von Farzad Kamangar erlittenen Misshandlungen unverzüglich untersucht, die Ergebnisse veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Drängen Sie bei den iranischen Behörden darauf, dass die Todesurteile gegen Farzad Kamangar, Ali Heydariyan und Farhad Vakili umgewandelt werden.

Einen Web-Appell können Sie direkt von der Website der Trade Union Network von AI UK senden.