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Eilaktion. Honduras: Morddrohungen gegen Gewerkschafter (November 2008)

Auf die beiden Gewerkschafterinnen Lorna Redell Jackson García und Juana Leticia Maldonaldo Gutíerrez ist ein Anschlag verübt worden, und sie haben Morddrohungen erhalten. Offenbar stehen der Anschlag und die Morddrohungen in Zusammenhang mit ihren führenden Positionen in der Gewerkschaft der Arbeiter in der Automobilindustrie SITRAFL. Weitere Mitglieder des SITRAFL-Vorstands haben ebenfalls Drohanrufe erhalten. Die GewerkschafterInnen sind in großer Gefahr und halten sich deshalb gegenwärtig versteckt. Am 11. September 2008 waren Lorna Redell Jackson García und Juana Leticia Maldonaldo Gutíerrez in der Stadt El Progreso im Departement El Yoro einkaufen. Gegen 17 Uhr fielen ihnen zwei Männer auf einem Motorrad auf, die sie verfolgten. Als die beiden Frauen sich in einem Geschäft etwas zu trinken kaufen wollten, zog einer der Männer plötzlich eine Waffe, schoss auf sie, und dann fuhren die beiden Männer davon. Nach diesem Anschlag sind die sechs Mitglieder des Gewerkschaftssvorstands untergetaucht und konnten erst vor kurzem Amnesty International über die Vorfälle berichten.

Am 21. Oktober 2008 wurde Lorna Jackson von einem Unbekannten auf ihrem Handy angerufen. Er drohte ihr und fragte: “Wo bist du, Alte? Wo hältst du dich versteckt? Selbst wenn du in der Hölle bist, werden wir dich noch finden?” (Dónde estás, vieja? Dónde te has metido? Aunque te vayas al infierno te vamos a encontrar.) Die Gewerkschaftsvorsitzende hat diesen Drohanruf nicht bei den Behörden gemeldet. Die sechs Mitglieder des Vorstands haben alle seit Juli 2008 Drohanrufe und SMS erhalten, in denen mit ihrer Ermordung gedroht wird. Am 18. Juli 2008 hatten Lorna Jackson und ihre SITRAFL-KollegInnen einen Gesprächstermin mit einem lokalen Fernsehsender vereinbart, der nach ihrer Auffassung eine Schmierenkampagne gegen die Gewerkschaft eingeleitet hatte. Während die GewerkschafterInnen vor dem Termin noch auf der Straße warteten, hielt ein weißer offener Lieferwagen ohne Nummernschilder neben ihnen an. Zwei mit Pistolen bewaffnete Männer stiegen aus und fragten die Wartenden, ob sie “die Leute von der Gewerkschaft” seien. Dann erklärten sie, sie seien angeheuert worden, um sie zu ermorden, würden den Auftrag aber nicht erfüllen, wenn die GewerkschafterInnen ihnen mehr Geld böten. Danach fuhren sie davon.

Die SITRAFL wurde gegründet, um gegen Verletzungen der Arbeitnehmerrechte in einem Werk (AFL Honduras) vorzugehen, in dem Autoteile und Zubehör hergestellt werden. Das Unternehmen AFL erkannte die Gewerkschaft zwar an, aber nach Angaben der Gewerkschaft diskriminierte die Unternehmensleitung die Mitglieder und entließ alle im Juni 2007. Sechs Monate später wurden Lorna Jackson und einige KollegInnen jedoch wieder eingestellt.

Am 22. August 2008 stellte die AFL ihre Geschäftstätigkeit in Honduras ein. In einem Schreiben an die MitarbeiterInnen begründete sie die Entscheidung mit der sinkenden Nachfrage nach ihren Produkten. Die Gewerkschaft SITRAFL geht davon aus, dass ihre Mitglieder deshalb angegriffen werden, weil sie Verstöße gegen die Arbeitnehmerrechte durch die AFL angeprangert hatten. EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Lorna Redell Jackson García, Juana Leticia Maldonaldo Gutíerrez und den übrigen Mitgliedern des SITRAFL-Vorstands zum Ausdruck bringen, die sich aufgrund von Anschlägen und Morddrohungen gegenwärtig versteckt halten;
  • die Behörden auffordern, umgehend eine umfassende und unabhängige Untersuchung des Anschlags auf Lorna Redell Jackson García und Juana Leticia Maldonaldo Gutíerrez vom 11. September 2008 sowie der Morddrohungen gegen alle Mitglieder des Vorstands einzuleiten, um das Ziel zu verfolgen, die Täter zu ermitteln und vor Gericht zu stellen;
  • die Behörden daran erinnern, dass MenschenrechtsverteidigerInnen, darunter auch GewerkschafterInnen, das Recht haben, ihre legitimen Aktivitäten ohne Einschränkungen und Angst vor Repressalien ausüben können, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist.

APPELLE AN

MINISTER FÜR INNERE SICHERHEIT Coronel (R) Jorge Alberto Rodas Gamero Ministro Ministerio de Seguridad Pública, Cuartel Casa Mata, Tegucigalpa HONDURAS (korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro/Dear Minister)

Fax: (00 504) 237 9070

GENERALSTAATSANWALT Licdo. Leonidas Rosa Bautista Fiscal General des Estado Ministerio Público, Lomas del Guijarro, Tegucigalpa, HONDURAS (korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal General/Dear Attorney General)

Fax: (00 504) 221 5667

KOPIEN AN ÖRTLICHE MENSCHENRECHTSORGANISATION Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras (COFADEH) Barrio La Plazuela, Avenida Cervantes, casa 1301 Tegucigalpa, HONDURAS

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS S.E. Herr Roberto Augusto Martinez Castan’eda, Cuxhavener Straße 14, 10555 Berlin

Fax: (030) 397 49 712
E-Mail: informacion@embahonduras.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 9. Dezember 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.