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Guatemala: Morddrohungen gegen Edgar Neftaly Aldana Valencia (April 2009)

Der Gewerkschafter Edgar Neftaly Aldana Valencia hat am 1. April 2009 Morddrohungen erhalten und sein Haus wurde beschossen. Er ist der Generalsekretär der Abteilung San Benito der Gewerkschaft für das Gesundheitswesen (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Salud) im nördlichen Department Petén. Diese Einschüchterungen stehen mit seiner Arbeit gegen Korruption sowie der Diskriminierung an seinem Arbeitsplatz, dem regionalen Krankenhaus von San Benito, in Zusammenhang. Sein Leben und die Sicherheit seiner Familie sind in Gefahr.
Am 1. April 2009 bemerkte Edgar Aldana auf seinem Nachhauseweg von der Arbeit im San Benito-Krankenhaus, dass ihn zwei unbekannte Männer auf einem roten Motorrad verfolgten. Er änderte seine Route, um die Männer abzuschütteln. Während er noch auf dem Heimweg war, feuerten unbekannte Männer Schüsse auf sein Haus ab. Seine Frau und seine Tochter befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Haus.
Einige Stunden später erhielt Edgar Aldana auf seinem Handy einen Anruf von einem unbekannten Mann, der ihm mitteilte: "Das ist passiert, weil du dich mit deiner Frau zusammen in Schwierigkeiten gebracht hast. Ihr seid beide Gewerkschaftsangehörige im Krankenhaus. Man hat mir 100 000 Quetzal (knapp 10 000 Euro) bezahlt, um euch zu eliminieren, aber wir können auch zu einer Einigung kommen."
Nach dem Anruf erhielt er vier SMS mit unbekanntem Absender. Eine enthielt folgenden Satz: "Überall um Ihr Haus herum stehen Wachen, täuschen Sie sich nicht in mir". Ein weiterer lautete: "Dies ist nur eine Warnung. Nächstes Mal treffen die Kugeln Ihre Frau. Wir scherzen nicht. Rufen Sie besser nicht die Polizei, wenn Sie am Leben bleiben wollen". Trotz der Drohung erstattete Edgar Aldana am 2. April Anzeige bei den Behörden.
Die Behörden haben keinerlei Schutz für die Familie bereitgestellt, und es wurden im Zusammenhang mit diesen Vorfällen auch keine Festnahmen vorgenommen.
Die Abteilung San Benito der Gewerkschaft für das Gesundheitswesen wurde 2008 gegründet. Seit 2005 berichten GewerkschafterInnen über schlechte Gesundheitsleistungen und mutmaßliche Korruption sowie diskriminierende Praktiken. 2007 bestätigte das Büro des Ombudsmanns für Menschenrechte nach einer Anzeige der Gewerkschaft die Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter, der daraufhin 2008 entlassen wurde.
Jedes Jahr werden in Guatemala zahlreiche MenschenrechtsverteidigerInnen, sozial engagierte Personen, GewerkschafterInnen und andere Personen drangsaliert und bedroht. Einige von ihnen werden getötet, weil sie ihrer legitimen Tätigkeit nachgehen.
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