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Die internationale Gewerkschaftsbewegung organisiert für den 6. März einen weltweiten Aktionstag für die Durchsetzung von Gewerkschaftsrechten. In diesem Jahr steht Schicksal der Iraner Mansour Osanloo und Mahmoud Salehi im Mittelpunkt des Aktionstags. Osanloo ist Vorsitzender der Gewerkschaft "Öffentliche Busbetriebe in Teheran und Umgebung" und wurde im vergangenen Oktober wegen "Aktivitäten gegen die Staatssicherheit" zu fünf Jahren Haft verurteilt. Salehi, der schwere gesundheitliche Probleme hat, wurde zu einem Jahr Haft verurteilt. ai betrachtet beide als gewaltlose politische Gefangene und fordert ihre sofortige Freilassung. Werden auch Sie aktiv!

Der Fall Mansour Osanloo

Mansour Osanloo ist Mitglied des Gründungsausschusses der Gewerkschaft "Öffentliche Busbetriebe in Teheran und Umgebung (Sherkat-e Vahed)" und jetziger Vorsitzender der Gewerkschaft.

Die Unterdrückung der gewerkschaftlichen Organisierungsversuche der Beschäftigten der Firma Sherkat-e Vahed begannen Anfang 2005, als zahlreiche Aktivisten aufgrund ihrer Gewerkschaftsarbeit schikaniert wurden.

Als sich im Mai 2005 Mitarbeiter der Busgesellschaft trafen um eine unabhängige Gewerkschaft zu gründen, wurde die Sitzung von Vertretern der offiziellen Arbeitnehmerorganisation (sog. Arbeitnehmerhaus) und bewaffneteten Zivilisten gewaltsam aufgelöst. Während des Angriffs wurde Mansour Osanloo durch Messerstiche verletzt.

Im September 2005 wurde Mansour Osanloo zum ersten Mal für mehrere Tage inhaftiert. Bei der zweiten Verhaftung im Dezember 2005 wurde er ins Gefängnis Evin in Teheran gebracht, das seit Jahrzehnten als Haft- und Folterzentrum für politische Gefangene berüchtigt ist.

In Folge seiner Festnahme kam es zu spontanen und kämpferischen Solidaritätsstreiks in Teheran, bei denen über 500 MitarbeiterInnen der Busgewerkschaft verhaftet wurden. Dank der internationalen Solidaritätswelle mussten die ArbeitnehmerInnen – bis auf Mansour Osanloo - wieder freigelassen werden.

Er befand sich über 9 Monate bis August 2006 und noch mal im November und Dezember 2006 ohne Anklage in Haft. Dank einer starken internationalen Solidarisierung konnte die Freilassung des Gewerkschaftschefs erreicht werden.

Im Februar 2007 wurde Mansour Osanloo angeklagt wegen "versuchter Gefährdung der Öffentlichen Sicherheit". Im Juni 2007 war Mansour Osanloo auf Einladung der internationalen Konföderation der Gewerkschaften und des ITF (International Transport Workers' Federation) in Brüssel und berichtete über die Situation im Iran.

Nach seiner Rückkehr in den Iran wurde er von Sicherheitskräften entführt, erst nach zwei Tagen wurde von den Behörden bekanntgegeben, dass er wieder im Gefängnis Evin gefangengehalten wird. Im Gefängnis verschlechterte sich sein bereits angeschlagener Gesundheitszustand, und er drohte zu erblinden. Erst nach massivem internationalem Druck wurde er operiert.

Im Oktober wurde Mansour Osanloo zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Der Gerichtsprozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Anklage lautete auf "Aktivitäten gegen die Staatssicherheit", das Gericht erklärte das Urteil für rechtskräftig.

Free Osanlooamnesty international fordert die unverzügliche und bedingungslose Freilassung von Mansour Osanloo. In Zusammenarbeit mit dem ITF läuft die Kampagne „Free Osanloo“.

Was können Sie tun?

Beteiligen Sie sich an der Online-Petition der internationalen Gewerkschaftsbewegung.

ver.di ruft zudem für den 6. März ab 10.00 Uhr zu einer Protestaktion vor der iranischen Botschaft auf (Podbielskiallee 67 in Berlin-Steglitz).